Hilfe, wo der Staat nicht mehr helfen kann
Die Oberst Schöttler Versehrten-Stiftung unterstützt seit 2007 im Einsatz verwundete Soldatinnen und Soldaten, Polizistinnen und Polizisten sowie deren Angehörige und zivile Helfer. Seit dem vergangenen Jahr ist Alt-Bundespräsident Joachim Gauck Schirmherr. Der Stiftungsgründer Oberst d.R. Dr. Horst Schöttler arbeitet unermüdlich für sein Lebenswerk.
Die Hilfe der Stiftung setzt da an, wo der Staat nicht mehr zahlt, sagt der Oberst d.R., Horst Schöttler. Gemeinsam mit seiner Frau Ute hat er 2007 die Oberst Schöttler Versehrten-Stiftung, kurz OSVS, ins Leben gerufen. Auslöser für die Gründung der Stiftung war ein Anschlag auf Bundeswehrsoldaten in Kabul am 14. November 2005. Ein deutscher Soldat, ein Reservist, fiel, zwei weitere deutsche Soldaten und drei Zivilisten wurden verwundet.
Horst Schöttler, geboren 1941, war nach dem aktiven Dienst in der Bundeswehr 39 Jahre lang selbst Reservist. Zudem war er mehr als 40 Jahre lang als Katastrophenschutzexperte tätig. Er leistete 56 Wehrübungen und entwickelte Grundsätze in seinem Spezialgebiet, der zivil-militärischen Zusammenarbeit. Damit nicht genug: Schöttler veröffentlichte 150 Aufsätze und vier Bücher zum Thema Katastrophenschutz.
„Wir sind schnell, weil die Betroffenen schnelle Hilfe brauchen“
„Für die OSVS ist die soziale Absicherung versehrter Soldaten und ihrer Hinterbliebenen ein großes Anliegen. Zwar gibt es auch eine Versorgung durch den Staat, allerdings reicht die oft nicht aus“, beschreibt Horst Schöttler die Lage. „Wohnungen und Fahrzeuge müssen bei Bedarf behindertengerecht umgerüstet werden und hinterbliebene Kinder brauchen finanzielle Unterstützung bei der Ausbildung – hier hilft die Stiftung sachkundig und vor allem schnell.“
Auch mit medizinischen Leistungen, behindertengerechten Sportgeräten, Zuschüssen für Reha- und Erholungsaufenthalten unterstützt die Stiftung – ohne Formulare, im Durchschnitt innerhalb von 14 Tagen. Auch zahlt die Stiftung zum Beispiel Mietzuschüsse oder Krankenkassenbeiträge, vermittelt eine Rechtsberatung und übernimmt Anwalts- und Gerichtskosten. „Wir sind schnell, weil die Betroffenen schnelle Hilfe brauchen“, so Schöttler. Doch auch, wenn die Hilfe schnell kommen soll, wird jeder Einzelfall genau geprüft. In schwierigen Fällen erfolgt der Austausch mit anderen Stiftungen.
Empathie ist eine Grundvoraussetzung für die Stiftungsarbeit – die andere ist Geld: Jährlich fließen zwischen 50.000 und 60.000 Euro Spenden an die Stiftung. Ein etwa gleich hoher Betrag fließt der Stiftung durch Kapitalerträge zu. Die Vielzahl von Erbschaften, Zustiftungen, Erlösen von Benefizveranstaltungen und persönlichen Spenden aus allen Teilen der Bundesrepublik zeige, so Schöttler, die Verbundenheit zur Stiftung: Man vertraue der OSVS.

„Unsere Maxime besteht darin, unbürokratisch und ohne Verwaltungskosten zu helfen. Besonders wichtig ist uns auch der persönliche Kontakt zu unseren Schützlingen“, sagt Schöttler. „Viele Verbindungen bleiben über Jahre bestehen.“ Es ist ein festes Band, das diejenigen, denen von der Oberst Schöttler Versehrten-Stiftung geholfen wird, oft ein Leben lang verbindet.
Inzwischen unterstützt die Stiftung nicht nur versehrte Soldatinnen und Soldaten sowie deren Familien und Hinterbliebene. Seit Herbst 2020 kümmert sich die OSVS auch um Angehörige der Berufs- und Freiwilligen Feuerwehr, des Technischen Hilfswerks und des Katastrophenschutzes.
Mit dem Deutschen BundeswehrVerband verbindet die OSVS seit der Gründung eine vertrauensvolle Zusammenarbeit. Sie war im Beisein des damaligen stellvertretenden Bundesvorsitzenden Ulrich Kirsch, damals noch Oberstleutnant, in der DBwV-Bundesgeschäftsstelle in der Schönhauser Allee in Berlin gegründet worden. Der CDU-Bundestagsabgeordnete Bernd Siebert sagte seinerzeit zutreffend: „In Berlin erlebt man im Jahr viele wichtige Veranstaltungen. Dies ist heute eine besondere, die man nie vergisst.“
Prominenter Schirmherr
Seit Ende 2024 hat die Oberst Schöttler Versehrten-Stiftung einen prominenten Schirmherren: Alt-Bundespräsident Joachim Gauck. Der Kontakt zum Staatsoberhaupt a.D. entstand auf Initiative des früheren Wehrbeauftragten Hellmut Königshaus. Gauck zeigte sich überzeugt von der Arbeit der OSVS und übernahm die Schirmherrschaft am 1. November 2024. Offiziell vollzogen wurde der Akt dann am 7. November 2024 im Büro des ehemaligen Bundespräsidenten. Neben Oberst d.R. Schöttler waren auch dessen Ehefrau Ute, OSVS-Vorstandsmitglied, Ministerialdirigent a.D. Wolfgang Müller, und Hellmut Königshaus dabei.
Hauptmann a.D. Uwe Köpsel, Vorsitzender der Soldaten und Veteranen Stiftung, zeigte sich erfreut über die Neuigkeiten von der OSVS: „Dass ein ehemaliger Bundespräsident die Schirmherrschaft der OSVS übernimmt, zeigt, wie wichtig die Arbeit der Stiftung ist“, so Köpsel. „Umso mehr freue ich mich auf die weitere, vertrauensvolle Zusammenarbeit, die beide Stiftungen – OSVS und SVS – miteinander verbindet.“ Auch der Stiftungsgründer Horst Schöttler ist dem Deutschen BundeswehrVerband eng verbunden: seit Oktober 1966, also fast 59 Jahre, ist er Verbandsmitglied. Und in der sKERH Kaiserslautern arbeitete er über zehn Jahre lang im Vorstand mit.
Weitere Infos zur Oberst Schöttler Versehrten-Stiftung gibt es hier.